Nach einem langen Tag voll bunten Treiben, herzlichem Gelächter und abenteuerlichen Geschichten wischte der junge Ogar die Tische als er zu murmeln beginnt.
Ich hörte das leise Geschwätz und dachte bei mir, hmmm mag er wohl etwas interessantes gehört haben, es brennt ihm sicherlich auf der Seele es zu erzählen.
Ich machte uns einen heißen Grog, es war schon kühl geworden.
„Komm setz dich zu mir,“ sagte ich zum jungen Ogar und stellte uns die Humpen mit einer Schale Gebäck hin.
Ich sehe dir doch an wie es in der brennt, was hast du wieder für eine abenteuerliche Geschichte entdeckt.
Und so erzählte er mir im waberdenden Kerzenschein, neben den auf der Decke liegenden und fast schlafenden Dämonenlätzchen diese Sage.
Lang ist es her, da kam ein Reiter mit seinem Pferd Herrmann. Er war nur auf der Durchreise und rastete nur für Informationen.
Er war groß, mit dunkler Robe, hatte langes weißes Haar und ein jugendliches Aussehen, an seiner Lende hin in der Scheide ein strahlend goldenes Schwert.

„Er suche nach einem besonderen Heilkraut“, sprach er eine ältere Dörflerin an und es wurde daraus ein heiteres und interessantes Gespräch.
Also, mein junger Herr – ich habe als Kind von einem solchen Kraut gehört, jedoch nie selbst gesehen.
Die alte Dörflerin erzählt:
„Es soll in den Tiefen des verwunschenen Waldes einen Bergsee geben, dort stände ein in den Hügel eingelassenes Haus. Ein sehr altes Lebewesen würde dort schon seit anbeginn der Zeit leben und Jeden verzaubern, der sich in die Nähe des Sees begibt.
Jeder hat vergessen, weshalb man in den Wald gegangen ist und was dort passierte, sie tauchten immer schlafend am Waldrand auf und konnten sich an nichts erinnern, außer das was sie wollten. Und Jeder von ihnen hatte das was er begehrte bei sich.
In den Augen von LivingEvil erschien ein kurzes Blitzen und schon fasste sie sich wieder und lauschte gespannt weiter.
An diesem verwunschenen Ort sollen Kräuter wachsen, die die Sinne vernebeln und tödliche Krankheiten heilen.
Manches Kraut lässt, wie du es suchst junger Herr, ein Pferd wieder normal sprechen, so sagt man.
Ich habe schon häufig von solch einem Fluch gehört, der die Tiere nur noch „Kauderwelsch“ sprechen lässt, mit immer wiederkehrenden Forderungen.“
Ach, gute Frau, ich danke ihnen für diese hilfreichen Informationen, hier ein paar Silberlinge für die gute Tat.
Ist das nicht eine wundervolle Geschichte? Ein redendes Pferd habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Livi, wann bist du einem solchen Geschöpf zuletzt begegnet?
Livi, senkte den Blick und wich den neugierigen Blicken des jungen Ogars gekonnt aus.
„Lass mich mal überlegen, ich glaube das ist so 200 bis 300 Jahre her.
Sie griff fix nach dem Krug und verbarg ihr Gesicht dort drin, als wenn es niemanden auffallen würde, dass sie sich so seltsam benahm.
Der junge Ogar spitzte die Ohren, sah sie verstohlen an und meinte mit leiser Stimme. Was verbirgst du vor mir? Sein Blick durchbohrte sie, und er senkte ihn auch nicht. Er hatte schon was erhabenes, dachte sie bei sich.
Du weichst mir aus, das sehe ich dir doch an der Nasenspitze an, alsoooooo? sagte er und zog das o sehr lang.
Mit einem stechenden Blick, und einem immer näherkommenden Gesicht, verschluckte sie sich Livi fast.
Ihre Wangen schon puterrot konnte dem Gesagten nicht mehr ausweichen und so sagte sie leise.
Ich kenne diese Geschichte nicht nur, ich habe sie erlebt.
Waaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaas? Die Augen des Ogars wurden so groß, so dass man das Gefühl hatte sie fielen ihm aus den Augenhöhlen. Livi musste sofort laut lachen und brauchte eine Weile, um sich zu beruhigen.
Es ist schon spät und der Morgen naht, lass uns hier übernachten, sagte Livi zum jungen Ogar und nahm ihn in den Arm. Sie beugte sich tief um seinen Hals und flüsterte ihm leise ins Ohr:
„Dies ist eine neue Geschichte und ich erzähle sie dir ein anderes Mal“, gute Nacht.
P.S. Ein Dankeschön für diese Geschichte geht an Johann Uhrmann der mir zur Freude seinen Ritter und sein sprechendes Pferd Herrmann vorstellte und Stammgast in meiner Dämonen Taverne ist. Herzlichen Dank für so tolle Gespräche und das man so kleine Geschichten spinnen kann.
